Lesebuch Impressionen Sinnhafte Geschichten aus der ganzen Welt – 1 – „… ich wünsche Dir, daß Du liebst, wo man haßt, daß Du verzeihst, wo man beleidigt, daß Du verbindest, wo Streit ist, daß Du die Wahrheit sagst, wo Irrtum ist, daß Du Glauben bringst, wo Zweifel droht, daß Du Hoffnung weckst, wo Verzweiflung quält, daß Du ein Licht anzündest, wo Finsternis agiert, daß du Freude bringst, wo Kummer wohnt …“ (Franziskus von Assisi) – 2 – Erst das Ziel, dann der Weg Jemand sah einen Mann die Straße entlang eilen, ohne nach rechts und links zu schauen. „Warum rennst Du so?“, fragte er ihn. „Ich gehe meinem Glück nach“, sagte der Mann. „Und woher weißt Du“, fuhr der Andere fort zu fragen, „dass Dein Glück vor Dir her läuft, so dass Du ihm nachjagen musst? Vielleicht ist es Dir im Rücken, und Du brauchst nur innezuhalten, um ihm zu begegnen Du aber fliehst vor ihm.“ (Aus dem Orient) – 3 – Das Leben ist eine Chance Das Leben ist eine Chance, nutze sie. Das Leben ist Schönheit, bewundere sie. Das Leben ist Seligkeit, genieße sie. Das Leben ist ein Traum, verwirkliche ihn. Das Leben ist eine Herausforderung, nimm sie an. Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie. Das Leben ist ein Spiel, spiele es. Das Leben ist kostbar, geh sorgsam damit um. Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn. Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr. Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es. Das Leben ist ein Versprechen, halte es. Das Leben ist ein Gesang, singe ihn. Das Leben ist ein Kampf, kämpfe ihn. Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr. Das Leben ist ein Abenteuer, wage es. Das Leben ist Glück, verdiene es. Das Leben ist Leben, lebe es. (nach Mutter Teresa von Kalkutta) – 4 – „… Ich suche nicht – ich finde. Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuem. Finden – das ist das völlig Neue! Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer! Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die sich im Ungeborenen geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziele ziehen lassen und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen. Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen: Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt. …“ (Pablo Picasso) – 5 – Die Schwierigkeit liegt nicht darin irgendwo anzukommen, sondern zur richtigen Zeit die Richtung zu wechseln. (Nossrat Peseschkian) Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität. (Marie Curie) – 6 – Vom Lehren Dann sagte ein Lehrer: Sprich uns vom Lehren. Und er sagte: Niemand kann euch etwas eröffnen, das nicht schon im Dämmern eures Wissens schlummert. Der Lehrer, der zwischen seinen Jüngern im Schatten des Tempels umhergeht, gibt nicht von seiner Weisheit, sondern eher von seinem Glauben und seiner Liebe. Wenn er wirklich weise ist, fordert er euch nicht auf, ins Haus seiner Weisheit einzutreten, sondern führt euch an die Schwelle eures eigenen Geistes. Der Astronom kann zu euch von einem Verständnis des Weltraums reden, aber er kann euch nicht sein Verständnis geben. Der Mystiker kann euch vom Rhythmus singen, der im Weltraum ist, aber er kann euch weder das Ohr geben, das den Rhythmus festhält, noch die Stimme, die ihn wiedergibt. Und wer der Wissenschaft der Zahlen kundig ist, kann vom Reich der Gewichte und Maße berichten, aber er kann euch nicht dorthin führen. Denn die Einsicht des Menschen verleiht ihre Flügel keinem anderen. Und wie jeder von euch allein in Gottes Wissen steht, so muss jeder von euch allein in seinem Wissen von Gott und seinem Verständnis der Erde sein. (Khalil Gibran) – 7 – Die Macht, Dinge zu hinterfragen, ist die Basis allen menschlichen Fortschritts. (Indira Gandhi) Lass Dich nicht gehen, gehe lieber selbst. (Nossrat Peseschkian) – 8 – Meine Seele hat es eilig. „Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe. Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: Die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen. Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass nichts erreicht wird. Ich habe keine Zeit mehr, absurde Menschen zu ertragen, die ungeachtet ihres Alters nicht gewachsen sind. Ich habe keine Zeit mehr, mit Mittelmäßigkeit zu kämpfen. Ich will nicht in Besprechungen sein, in denen aufgeblasene Egos aufmarschieren. Ich vertrage keine Manipulierer und Opportunisten. Mich stören die Neider, die versuchen, Fähigere in Verruf zu bringen, um sich ihrer Positionen, Talente und Erfolge zu bemächtigen. Meine Zeit ist zu kurz um überschriften zu diskutieren. Ich will das Wesentliche, denn meine Seele ist in Eile. Ohne viele Süßigkeiten in der Packung. Ich möchte mit Menschen leben, die sehr menschlich sind. Menschen, die über ihre Fehler lachen können, die sich nichtsauf ihre Erfolge einbilden. => – 9 – Die sich nicht vorzeitig berufen fühlen und die nicht vor ihrer Verantwortung fliehen. Die die menschliche Würde verteidigen und die nur an der Seite der Wahrheit und Rechtschaffenheit gehen möchten. Es ist das, was das Leben lebenswert macht. Ich möchte mich mit Menschen umgeben, die es verstehen, die Herzen anderer zu berühren. Menschen, die durch die harten Schläge des Lebens lernten, durch sanfte Berührungen der Seele zu wachsen. Ja, ich habe es eilig, ich habe es eilig, mit der Intensität zu leben, die nur die Reife geben kann. Ich versuche, keine der Süßigkeiten, die mir noch bleiben, zu verschwenden. Ich bin mir sicher, dass sie köstlicher sein werden, als die, die ich bereits gegessen habe. Mein Ziel ist es, das Ende zufrieden zu erreichen, in Frieden mit mir, meinen Lieben und meinem Gewissen. Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast.“ (Gedicht von Mario de Andrade (San Paolo 1893-1945) Dichter, Schriftsteller, Essayist und Musikwissenschaftler Einer der Gründer der brasilianischen Moderne.) – 10 – Die Fünf Freiheiten Die Freiheit zu sehen und zu hören, was ist, statt zu sehen und zu hören, was sein sollte oder einmal sein wird. Die Freiheit zu sagen, was du fühlst und denkst, statt zu sagen, was du darüber sagen solltest. Die Freiheit zu fühlen, was die fühlst, statt zu fühlen, was du fühlen sollst. Die Freiheit, um das zu bitten, was du möchtest, statt immer auf die Erlaubnis dazu zu warten. Die Freiheit, um der eigenen Interessen willen Risiken einzugehen, statt sich dafür zu entscheiden, auf „Nummer sicher zu gehen“ und „das Boot nicht zum Kentern zu bringen“. (Virginia Satir) – 11 – Konzentriere Dich auf den Frieden, dann zerstreut sich die Furcht. Konzentriere Dich auf die Liebe, dann verschwindet der Hass. Konzentriere Dich auf die Freude, dann verflüchtigt sich der Kummer. Pflanze Blumen an, dann macht sich kein Unkraut breit. (Quelle unbekannt) In dem Augenblick, wo du mit Dir selbst in Verbindung kommst, bist Du inVerbindung mit Gott. (Hazrat Inayat Khan) – 12 – Du sollst ein Segen sein Segne den Ort, an dem Du bist, alles an ihm, was Du liebst, worin Du Dich beheimatest, und auch alles, was Du nicht annehmen kannst, was Dir fremd bleibt oder Dich ängstigt. Denn Segnen bedeutet, etwas zu lieben mit offenen Händen, mit zugewandtem Blick und inniger Zwiesprache, und Segnen bedeutet auch, etwas, das wir nicht umarmen können, in die Umarmung Gottes zu legen. Segne den Ort, der Dich erwartet, alles an ihm, was Du kennst und worauf Du mit Vorfreude blickst, und auch alles, was Du nicht erahnen kannst, das unbekannte Morgen, das Dich ruft. Denn Segnen bedeutet, in tiefem Vertrauen zu leben, dass Gott uns zu jeder Stunde an jedem Ort begegnet, und Segnen bedeutet auch, tiefer hineinzufallen in die Weisheit, die größer ist als unsere Gewissheiten. => – 13 – Segne Dein Reisen, Dein Unterwegssein und Werden, alles daran, was Dich beflügelt, Dich stärkt und beschenkt, und auch das, was Dich fordert, verwundet und Dir Liebgewonnenes nimmt. Denn Segnen bedeutet, zu feiern, was Dir gegeben ist, zu danken und zu teilen mit heiterem Herzen, und Segnen bedeutet auch, ins Lassen einzuwilligen und Dich verwandeln zu lassen von dem, der Dir sagt: Du sollst ein Segen sein. – 14 – Wo kämen wir hin, wenn Alle sagten, wo kämen wir hin, und niemand ginge, um einmal zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen. (Kurt Marti) Die Schwierigkeit liegt nicht darin, irgendwo anzukommen, sondern zur richtigen Zeit die Richtung zu wechseln. (Nossrat Peseschkian) – 15 – Finde den Mut für die Veränderung, die Du Dir wünschst, die Kraft, es durchzuziehen und den Glauben daran, dass sich alles zum Besten wenden wird. – 16 – ENDE